Wenn der Kreis leer bleibt – und das Universum sanft dazwischenflüstert
- Jennifer Metallidis
- 15. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Ein persönlicher Rückblick auf den Women’s Circle Fuchszeit
Gestern Abend hätte mein Women’s Circle Fuchszeit stattfinden sollen. Die Kerze stand bereit, mein Raum war geöffnet, und ein Teil von mir war schon in dieser Energie – ruhig, weich, klar.
Und dann erschien niemand.
Und überraschenderweise war meine erste Reaktion nicht Enttäuschung. Nicht Ärger. Nicht der Gedanke: „Was habe ich falsch gemacht?“
Sondern eine leise, warme Stimme in mir, die sagte:„Es ist gut so. Genau so.“
Denn schon den ganzen Tag trug ich ein Gefühl in mir, das mich nicht ganz losließ. Ein Gefühl von:„Ich mache das heute, weil es im Kalender steht – nicht, weil mein Herz heute führen möchte.“
Ich hätte es natürlich getan. Ich hätte mich gesammelt, gelächelt, geatmet, gehalten. Ich kenne meinen Raum, ich liebe meine Arbeit, und ich weiß, dass ich hineinfinde, wenn ich mich darauf einlasse. Doch da war gleichzeitig etwas anderes – etwas Tieferes:ein sanftes Ziehen nach innen.
Als keine Teilnehmerinnen kamen, fühlte es sich an,als hätte das Universum seinen Finger auf die Pause-Taste gelegt. Nicht hart, nicht laut, sondern flüsternd. Fast wie eine liebevolle Korrektur:„Nicht heute. Heute bist du selbst dran.“
Also habe ich gestern Abend genau das getan, was ich gebraucht habe. Ich bin nicht in die Rolle der Halterin gegangen. Ich musste nichts leiten, nichts erklären, nichts auffangen. Ich durfte einfach sein.
Ich habe gegessen, was mir gut tat. Ich habe einen Film geschaut. Ich habe geatmet – für mich, nicht für andere. Und je mehr ich losließ, desto klarer fühlte ich: Der Kreis war nicht ausgefallen. Er hatte nur seine Form verändert.
Was ich aus diesem „Nicht-Kreis“ mitnehme
Es passiert selten, dass sich etwas nicht erfüllt,weil wir versagt haben. Viel öfter verschiebt das Leben etwas,weil es uns auf eine andere Spur führen möchte.
Manchmal zeigt eine Leere uns deutlicher als ein voller Zoom-Raum, wo unsere Energie gerade gebraucht wird. Und gestern war meine Energie ganz eindeutig: bei mir.
Ein größerer Plan, als wir denken
Ich glaube inzwischen, dass jeder Raum, den ich öffne –auch wenn niemand in menschlicher Form hineinkommt –trotzdem eine Wirkung hat.
Vielleicht war gestern Fuchszeit im reinsten Sinn: Rückzug. Stille. Innere Führung. Weniger tun. Mehr hören.
Vielleicht wollte das Universum,dass ich mich erinnere,dass ich nicht jeden Abend leuchten muss, um für andere Licht zu sein.
Vielleicht war es ein Geschenk. Eines, das man erst erkennt, wenn man sich hinein entspannt.

Die Wahrheit ist:
Nicht jeder Kreis muss stattfinden. Nicht jeder Termin muss gehalten werden. Nicht jede Aufgabe muss erfüllt werden. Aber jede Erfahrung zeigt uns etwas.
Gestern hat mir das Universum gezeigt: „Du musst nicht immer geben. Manchmal darfst du einfach empfangen – Ruhe, Zeit, Sein.“
Und vielleicht ist genau das Fuchszeit: dass wir die leisen Zeichen erkennen, die uns den Weg zurück zu uns selbst zeigen.



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